
Fotos: Kristin Kreiselmeyer
Das 5. Ansbacher DTB-Ranglistenturnier „Benefiz for Kids“ hat nach vier intensiven Turniertagen mit einem sportlichen Feuerwerk geendet. Über 70 ehrenamtliche Helfer haben für einen reibungslosen Ablauf und eine perfekte Turnieratmosphäre gesorgt. In diesem Jahr traten 41 Herren und 18 Damen an, um sich die begehrten Titel und insgesamt 4.000 € Preisgeld zu sichern.
Die Damen starteten am Freitag in ihre mit 1.000 € dotierte Konkurrenz. Hier gab es zunächst keine Überraschungen: Die vier topgesetzten Spielerinnen erreichten das Halbfinale. In der unteren Tableauhälfte zeigte Alissia Gleixner (TC GW Gräfelfing; LK 1,5; deutsche Ranglistenposition 216) gegen die an zwei gesetzte Natali Gumbrecht (TSV Altenfurt; LK 1,5; DR 185), die bis dahin eine makellose Leistung gezeigt und in zwei Matches nur zwei Spiele abgegeben hatte, variantenreiches Netzspiel und beeindruckte unter anderem mit präzisem Serve-and-Volley sowie Schlägen gegen die Laufrichtung. Gumbrecht kam nicht richtig in ihr Spiel und verlor am Ende mit 1:6 3:6.Im zweiten Halbfinale setzte sich die Vorjahresfinalistin Alexandra Lutz vom CaM Nürnberg (LK 1,2; DR 60) souverän mit 6:2 6:2 gegen die erst 17-jährige Kristina Wagatha vom TC Hengersberg (LK 1,9; DR 250) durch. Das Finale am Turniersonntag wurde eine noch deutlichere Angelegenheit. Alexandra Lutz diktierte das Spiel mit äußerst druckvollen Bällen von der Grundlinie und ließ Gleixner keine Gelegenheit, ihr Netzspiel wirkungsvoll einzusetzen. Nach weniger als einer Stunde hieß es 6:0 6:0 für Lutz – ein Ergebnis, das an das diesjährige Wimbledon-Finale erinnert. Damit sicherte sich Lutz nach 2022 ihren zweiten Titel in Ansbach.
Die Herren starteten ebenfalls am Freitag – um 3.000 € Preisgeld ging es in dem äußerst ausgeglichenen und stark besetzten Feld. Im ersten Halbfinale trafen die Nummern 5 und 8 der Setzliste aufeinander. Der 18-jährige Timo Meyer vom TSV Haar (LK 1,5; DR 178) hatte auf dem Weg dorthin bereits beide Finalisten aus dem Jahr 2022 aus dem Rennen geworfen, wobei vor allem das 3-Satz-Match gegen Sven Lemstra vom TC Aschheim kräftezehrend war. In der Folge gab Meyer im Halbfinale beim Stand von 0:3 erschöpfungsbedingt auf, so dass Marc Mail vom TV Reutlingen (LK 1,5; DR 126) ohne Satzverlust ins Finale einzog. Deutlich spannender verlief das zweite Halbfinale: Samuel Braun vom TC Friedberg (LK 1,5; DR 142) startete stark und führte gegen den an Position 1 gesetzten Christian Wedel vom TV Reutlingen (LK 1,4; DR 87) mit 5:2 im ersten Satz. Doch dann legte Wedel einen beeindruckenden Lauf hin. Er holte 11 der nächsten 13 Spiele, drehte das Match mit beeindruckender Konstanz und gewann schließlich 7:6 6:1. Trotz Frustmomenten und Verwarnungen aufgrund von Schlägerwürfen und Bällewegschlagens kämpfte Braun bis zum letzten Punkt – Wedel aber war einfach zu stark.
Das Endspiel versprach nicht nur wegen der hohen Qualität, sondern auch wegen der besonderen Beziehung der Finalisten Spannung: Wedel und Mail sind Freunde, Trainingspartner und Vereinskollegen beim Bundesliga-Zweitligisten TV Reutlingen. Mail erwischte den besseren Start und dominierte den ersten Satz mit 6:2 – vor allem dank einer druckvollen Vorhand, egal ob cross, longline oder inside-out. Im zweiten Satz kämpfte sich Linkshänder Wedel dann aber zurück, schaffte beim Stand von 3:2 das Break, kassierte jedoch sofort das Rebreak. Doch auch Mail konnte sein darauffolgendes Aufschlagspiel nicht durchbringen, weshalb sich Wedel schließlich mit 6:3 im 2. Satz durchsetzte.
Bei wolkenlosem Himmel und großer Hitze ging es vor gut 100 Zuschauern mit neuen Bällen in den Entscheidungssatz. Beide Spieler steigerten noch einmal das Niveau und zauberten spektakuläre Ballwechsel auf den Platz. Beim Stand von 3:2 gelang Wedel das entscheidende Break – Mail konnte man die körperliche Anstrengung nun ansehen, doch Wedel blieb eiskalt. Mit 6:2 im 3. Satz krönte sich der 24-Jährige zum Turniersieger.
Nach dem letzten Matchball gab es sowohl bei den Damen als auch bei den Herren faire Handschläge und eine stimmungsvolle Siegerehrung. Die Abteilungsleitung dankte allen Unterstützern und den zahlreichen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Der Oberschiedsrichter zeigte sich äußerst zufrieden mit der Organisation und der Fairness der Teilnehmenden. Auch die Zuschauer äußerten sich durchweg positiv und bezeichneten das Turnier als klare Bereicherung für die fränkische Tennisszene. Die Spieler schließlich begeisterten sich für den gastfreundlichen Empfang und das applaudierfreudige Publikum.



