Leichtathletik

Schneller, höher, weiter zum dreifachen Gold

Text von: E. Grau

Ingolstadt – Bei den Bayerischen Meisterschaften der U23 und U16 war der TSV 1860 Ansbach mit fünf Athleten vertreten. Jakob Sand gewinnt 100 Meter mit Kreisrekord, Stabhochsprung und Diskuswurf in der M15.

Das Motto der Leichtathletik, schneller – höher –weiter, setzte Jakob Sand vom TSV 1860 Ansbach perfekt in die Tat um. Im 100-Meter-Sprint, beim Stabhochsprung und im Diskuswurf steigerte der 15-jährige seine persönlichen Bestleistungen und gewann alle drei Titel bei den Bayerischen Meisterschaften. Aus Gründen der Belastungssteuerung trat Sand nur an einem Meisterschaftstag an und beschränkte sich auf drei Disziplinen.

Schon aus den fünf Vorläufen qualifizierte sich Mehrkämpfer Jakob Sand mit der schnellsten 100-Meter-Zeit für das Finale, war aber mit seinen 11,35 sec noch nicht zufrieden. Im Endlauf sollte trotz Windstille und regennasser Laufbahn die bisherige Bestzeit von 11,33 sec unterboten werden. Das war dann aber auch nötig, denn der favorisierte Sprintspezialist aus München steigerte sich auf 11,20 sec. Aber Sand war einen Meter voraus: 11,12 sec seine Siegerzeit. Neuer Kreisrekord in der M15, aktuell Rang neun in Deutschland und die erste Goldmedaille des Tages für den Ansbacher.

Wieder einmal hatte sich der Zeitplan am Veranstaltungstag gegenüber dem vor Ende der Meldefrist verschoben. So musste Jakob Sand direkt aus den Sprintspikes in die Werferschuhe schlüpfen und zum Diskusring traben. Dort hatte er den ersten Versuch während des Sprintfinales verpasst aber in der zweiten Runde konnte er sich mit einem Standwurf auf 43,97 m auf Rang drei schieben und für den Endkampf qualifizieren. Ein paar Drehungen mit Ansbachs Betreuerin Ulrike Grau, die selbst als 16-jährige Werferin Bayerische Diskusmeisterin gewesen war, und die Rakete zündete erneut: Bestleistung mit 50,05 m und die klare Führung für Sand. Noch nicht genug? 50,25 m im fünften Durchgang, soweit wie noch nie ein M15-Diskuswerfer aus ganz Westmittelfranken zuvor und die zweite Goldmedaille an diesem Nachmittag.

Jakob Sand, dritter Auftritt: Stabhochsprung. Hier war der Ansbacher Mehrkämpfer der bayerischen M15-Konkurrenz deutlich überlegen. Gelungener Einstieg bei 3,30 m und der Meistertitel war sicher. Alleine ging es aufwärts, 3,60 m und 3,80 m übersprang Sand ebenfalls souverän. Mit einer bisherigen Bestleistung von 4,00 m sollte eine Steigerung für die Rekordlisten her und Jakob Sand ließ 4,04 m auflegen. Die Messung der Anlaufgeschwindigkeit wurde jetzt ein wichtiger Faktor. Mit 7,4 m/s und 7,6 m/s war nicht genug Energie im System. Also noch mehr Tempo: 7,8 m/s im dritten Anlauf machten dann den Unterschied und Jakob Sand konnte sich über die 4,04 m freuen, Platz sechs in Deutschland, und die dritte Goldmedaille des Tages in Empfang nehmen.

Mit Zoé Wilzin und Luka Bassa waren noch zwei weitere Stabhochspringer aus Ansbach am Start. Beide sollten auf dem vierten Rang ihrer Altersklasse landen. Für Luca Bassa (M14) und Zoé Wilzin (W15) wäre jeweils eine neue Bestleistung und eine Höhe mehr für die Podestplätze nötig gewesen. Bassa blieb fehlerfrei bis 2,60 m ebenso wie Wilzin bis 2,40 m doch die optimale Lattenüberquerung gelang auf Medaillenhöhe nicht mehr. Zoé Wilzin hatte aus sechs Disziplin-Normen noch den Weitsprung ausgewählt. 4,61 m bedeuteten Rang elf. Beim Hochsprung konnte sich Wilzin über ihre Bestleistung von 1,50 m und Platz neun freuen. Sprinterin Emma Dittrich beeindruckte in den 100-Meter-Vorläufen der W15 mit starken ersten 60 Metern, kam aber mit 14,22 sec nicht ins Finale.

Vor einer Woche mit 2:20,31 min noch Bronzemedaillengewinnerin in der U20 versuchte sich Christiane Hecht nun in der U23 über 800 m an einer neuen Bestzeit. Auf 2:18 min sollte es auf herunter gehen, dort wurden letztendlich auch die drei Medaillen vergeben. Eine Sekunde pro Runde schneller war der Plan doch die taktisch routinierten älteren Läuferinnen ließen der Jüngsten im Feld wenig Freiraum. Die perfekte Durchgangszeit von 68 Sekunden musste sich Hecht im dichten Gedränge der elf Läuferinnen schwer erkämpfen, auch im Schlussspurt widerstand die vor ihr laufende Konkurrenz. Mit 2:21,89 min und Rang sechs lief die 18-jährige aber ihr zweitschnellstes Rennen.

Fotos: Claus Habermann

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