Leichtathletik

Next Gen 5 Meters: Matias Neutzler über 5,01 m

Text von: E. Grau

Gräfelfing – Der mächtige Wall ist übersprungen: Matias Neutzler vom TSV 1860 Ansbach überquert nach couragierten Entscheidungen erstmals die 5-Meter-Marke. 5,01 Meter sind nunmehr Mittelfränkischer U20-Rekord im Stabhochsprung und wurden in Bayern nur einmal im Jugendbereich vor 42 Jahren vom Bayerischen Jugend-Rekordhalter, insgesamt neunfachen Deutschen Meister, mehrfachen WM-Teilnehmer und Universiadesieger Bernhard Zintl überboten.

Was im Juni noch Bestleistung für Matias Neutzler war und die damals angestrebte Norm zur Deutschen Meisterschaft wählte der beharrlich an Verbesserungen arbeitende 18-jährige jetzt Anfang August als Anfangshöhe. „Ich habe zuletzt im Training noch ein paar gute Sprünge gesammelt“ begründete der Ansbacher Athlet seine risikobereit hohen 4,61 Meter, mit denen er in Gräfelfing in den Wettkampf einstieg. Zudem sollte im Bestleistungsbereich noch genügend Energie für Topsprünge vorhanden sein. 5 Meter waren schließlich das Fernziel einer jungen Gruppe von bayerischen Stabhochspringern um Neutzler, die sich heuer mit dem Namen „Next Gen 5 Meters“ zusammen motivierten und unterstützten.

In Gräfelfing turnte sich nun der erste von ihnen über dieses markante Niveau. Obwohl Neutzler im Spitzenwettkampf des Tages 50 Sprünge und 90 Minuten warten musste bis die 4,61 Meter aufgelegt waren absolvierte er seinen Auftakt derart souverän, dass er die nächste Höhe ausließ und erst die 4,81 Meter wieder anvisierte. Zu hoch in einem Schritt gesteigert? Keineswegs! Wieder ein perfekter Sprung, extreme Überstreckung und Zuversicht auf mehr.

4,91 Meter lagen danach auf. Die Höhe von Neutzlers Sprüngen reichte aus, doch der verstellbare Lattenabstand und die Spitze der Flugkurve passten noch nicht zueinander. Einmal nicht, ein zweites mal nicht. Neutzlers geschickter Schachzug: Den dritten Versuch gleich über 5,01 Meter probieren. Härterer Stab, Lattenabstand justieren und wenn alles optimal läuft dann geht es auch da drüber. Ein paar Minuten mehr Pause bis die neue Höhe eingestellt ist helfen auch um alle Konzentration und Dynamik zu bündeln.

Der raffinierte Trick ging auf. Ein schneller Anlauf, ein perfekter Absprungpunkt und daraufhin funktioniert alles an radikal ausgeprägter Technik. „Der Sprung war Hammer“ resümierte Matias Neutzler überwältigt: Flüssiger Einstich, steil zur Mitte der Latte nach oben, aktive Turnbewegungen und noch hoch in der Luft der Jubelschrei: Von Neutzler, von den Zuschauern, von Sportfreunden und Trainern. Die 5,01 Meter stehen nun neben dem Namen Matias Neutzler vom TSV 1860 Ansbach in den Bestenlisten und Rekordbüchern. Für Ansbachs erfolgreichsten Stabhochspringer aller Zeiten hat eine neue Ära begonnen.

Fotos: Claus Habermann

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