Leichtathletik

Bestleistungen bei den Deutschen Meisterschaften

Text von: E. Grau

Ulm – Die Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten in den Altersklassen U23 und U16 zeigten zwei Leistungsschwerpunkte des TSV 1860 Ansbach: Hürdenlauf und Stabhochsprung. Lukas Kleinschrodt egalisierte seine Bestmarke über 110 Meter mit 14,45 Sekunden. Jakob Sand steigerte sich über 80 Meter auf 10,79 Sekunden und übersprang erstmals 4,00 Meter mit dem Stab.

Viele bundesweit unterschiedliche Einsatzorte in seinem Meteorologiestudium erschwerten zuletzt das Training von Lukas Kleinschrodt. Dazu kam die zeitliche Belastung durch die bevorstehenden Abschlussprüfungen und eine nicht ganz ausgeheilte Adduktorenverletzung. „Für einen Lauf reicht es auf jeden Fall“ sah der 21-jährige zuversichtlich auf seinen Vorlauf. Da wollte er nicht mit allerletztem Einsatz loslegen sondern sicher einen Endlaufplatz erreichen. Der Lauf gelang Kleinschrodt auch geschmeidig und mit seiner Bestleistung von 14,45 Sekunden qualifizierte sich der Ansbach als Zweiter seines Laufes für das Finale der besten Acht.

Im anderen Vorlauf waren drei Läufer etwas schneller als Kleinschrodt gewesen und die Jagd im Endlauf hatte neben den Medaillen auch die Zeit von 14,35 Sekunden im Blick, die Norm für die U23 Europameisterschaften. Das Finale endete allerdings für Lukas Kleinschrodt schon nach wenigen Schritten: „Ich spürte sofort den Schmerz in den Adduktoren“. So beendete der Ansbacher seinen Finallauf noch vor der ersten Hürde und hofft, dass bis zu den nächsten Starts bei den Bayerischen und Deutschen Meisterschaften der Männer die Beschwerden ganz ausgeheilt sind.

Jakob Sand durfte aus Jugendschutzgründen in der M15 nur für zwei Starts melden. Normen mit Endkampfchancen hatte der Mehrkämpfer ein halbes Dutzend. Die 80 Meter Hürden und Stabhochsprung passten auch im Zeitplan gut zusammen und für Sand war jeweils „die neue Bestleistung wichtiger als die Platzierung unter den Spezialisten“. Das funktionierte auch bestens. Gleich um 24 Hundertstel steigerte sich Jakob Sand in seinem Hürdenvorlauf auf 10,79 Sekunden.

Diese viertschnellste Zeit zwei Stunden im Endlauf noch einmal auf die Bahn zu bringen, verhinderte die fünfte Hürde. Mit etwas mehr Risiko sehr flach knallte das Knie des Nachziehbeins zu heftig gegen die Hürde und der Rhythmus ging verloren. Trotzdem gelang Sand mit 11,03 Sekunden ein Lauf entsprechend seiner bisherigen Bestzeit doch die Konkurrenten waren vor ihm in Ziel.

Schon zwei mal hatte Jakob Sand die 3,90 Meter im Stabhochsprung überquert, in Ulm sollten die prestigeträchtigen 4,00 Meter gelingen. Eine Stunde warten im Callroom aufgrund von Zeitplanverzögerungen störte die Springer anfangs wenig, sollte sich aber am Ende des Wettkampfes auswirken. Beim Aufwärmen im konstanten Rückenwind flog Sand schon berührungsfrei über die leicht durchhängende 4,20-Meter-Schnur und begann mit viel Zuversicht.

Bis 3,80 Meter gelang jede Höhe problemlos, erstmals wurde der Wind unruhig und der Absprung schwer zu treffen. Doch die 3,90 Meter bewältigte Sand im dritten Durchgang. Dann gelang ein optimaler Sprung bei 4,00 Metern und gleich im ersten Anlauf für Jakob Sand die ersehnte neue Bestleistung und Rang sechs im Klassement. Jetzt schlief der Rückenwind aber komplett ein und es fehlte das kleine Extra im Anlauftempo für eine weitere Steigerung. Als 15-jähriger ist Jakob Sand nunmehr der jüngste Stabhochspringer und insgesamt erst der sechste Athlet überhaupt aus einem Verein in Westmittelfranken der jemals diese 4,00-Meter-Barriere übersprungen hat.

Fotos: Matthias Kleinschrodt

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